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Herzhafte Spargelquiche mit butterfreiem Mürbteig, Frühlingszwiebeln und würzigem Feta

Eine Quiche ist rund. Sie wird gebacken. Sie wird in Stücke geschnitten und bestenfalls mit einem Soßenklecks serviert. Im weitesten Sinne ist eine Quiche also ein Kuchen. Und Kuchen am frühlingshaften Mittagstisch – das ist irgendwie schon ziemlich cool, oder? Eine Quiche ist ein pikanter, ursprünglich französischer Kuchen, bei dem ein Mürbteigboden mit allerlei guten Dingen belegt und mit einem Guss aus Sauerrahm und Ei übergossen wird. In diesem Fall sind die guten Dinge grüner Spargel, Frühlingszwiebeln und eine rote Zwiebel. Obendrauf tut würziger Feta sein Übriges. Eine hervorragende Kombination, wie ich finde. Die Frühlingszwiebeln lassen dem Spargel noch genug Raum für Selbstständigkeit, sie unterdrücken seinen Geschmack keineswegs. Da darf Spargel sein, was er ist. Nämlich ein echter Star!

An butterfreiem Mürbteig hab ich mir lange die Zähne ausgebissen. Die Butter verleiht Mürbteig Geschmeidigkeit, aber auch jede Menge ungesunde Fette. In Rezepten für einen herkömmlichen Quiche-Mürbteig werden im Schnitt 150g Butter verarbeitet. Ich wollte in meinem Mürbteig einerseits diese Menge an Fett reduzieren und andererseits auch eine gesündere Alternative zu Butter verwenden. Also fing ich im letzten Herbst an, zu experimentieren. Anfangs gingen diese Küchenexperimente regelmäßig in die Hose. Das Problem dabei war, dass der Teig jedes Mal eine gummiartige Konsistenz bekam. Egal welche Form ich dem Teig verleihen wollte, er zog sich innerhalb von ein paar Sekunden wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Nach einigen Fehlschlägen wurde dann Dr. Google zu Rate gezogen. Dr. Google sprach: Gib mehr Butter zum Teig. Eh klar. Meine letzte Hoffnung war dann ein zusätzlicher Dotter. Der enthält immerhin auch Fett. Und siehe da, es hat funktioniert! Seitdem habe ich für diesen butterfreien Mürbteig fast mütterliche Gefühle entwickelt, so stolz bin ich auf ihn. Unglaublich, wie sehr man sich über eine Teigkugel freuen kann, die einem Flummi keine Konkurrenz mehr macht. Der Mürbteig ist in seiner Konsistenz zwar fester als herkömmlicher Mürbteig mit Butter, lässt sich aber trotzdem wunderbar auswalken. Durch den Quiche-Guss bleibt der Boden auch nach dem Backen mürbe, nur der Rand ist etwas knuspriger als du es gewohnt sein wirst. Das ist aber ein guter Kompromiss, wenn man bedenkt, dass nur 50ml Olivenöl in diesem Mürbteig stecken!

Seitdem gibt’s bei uns häufig eine Quiche. In allen denkbaren Variationen. Eine Quiche eignet sich fantastisch zum Verwerten von Resten und überschüssigem Gemüse. Rein kommt, was dir schmeckt. Ich mag meine Quiche zum Beispiel sehr gerne mit Zucchini, Tomaten, Petersilienwurzel, Pastinaken, Karotten und roter Bete. Das schmeckt besonders gut in Kombination mit einem Curry-Sauerrahmguss – dafür gebe ich einfach etwas thailändische Currypaste in den Guss. Wenn du keinen Spargel magst, könntest du deine Quiche zum Beispiel mit Spinat, Frühlingszwiebeln und Kirschtomaten füllen. Vor allem im Sommer ist eine Quiche eine gute Idee, weil du alles verwenden kannst, was du an saisonalem Gemüse vorrätig hast und sie auch kalt sehr gut schmeckt. Dazu noch ein frischer, knackiger Salat… mmmh!

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Ich habe für diese Spargelquiche auf den Fotos den Mürbteig blöderweise etwas zu dünn ausgerollt. Das hab ich erst gemerkt, als ich den Teig in die Form gegeben habe und er weit über die Ränder ragte. Eigentlich hat mir dieser Anblick gut gefallen, deshalb habe ich ihn noch etwas drapiert und ließ ich es dann einfach so. Im Nachhinein gesehen war das aber keine gute Idee, da dieser überstehende Rand sehr schnell braun und hart geworden ist – außerdem ist sie so relativ schwierig zu schneiden gewesen. Geschmeckt hat sie eh trotzdem. Ich würd dir sicherheitshalber aber empfehlen, den Teig etwas dicker und nicht zu groß auszurollen und die überstehenden Ränder wegzuschneiden – so wird der Rand nicht zu dunkel oder unangenehm knusprig.

Für diesen Beitrag bin ich zum Fotografieren erstmals auf eine Leiter geklettert. Wäre ja nichts weiter dabei – hätte der Wind nicht so stark geweht. So hat es mir nämlich ständig etwas ins Bild geworfen. Ein Tuch landete auf der Quiche, Blütenblätter im Wasser. Und war mal nicht der Wind das Problem, dann waren es die Fliegen, die sich am Essen erfreuen wollten. Meine Mama übernahm dann den undankbaren Job der Fliegen-Verscheucherin. Und waren die Fliegen mal nicht das Problem, dann waren es meine Crocs (Mut zur Hässlichkeit!), die im Bild lagen. Oder der bedrohlich anrollende Rasenmäher, der mich zu einem Positionswechsel zwang. Oder die Perspektive. Oder das falsche Objektiv. Alles in allem bin ich die Leiter wahrscheinlich zwanzig Mal auf und ab geklettert. Um mich zu stärken, hab ich währenddessen aber eh fast die halbe Quiche aufgefuttert.

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Die Spargelsaison nimmt mit Juni ein baldiges Ende. Da solltest du die Gelegenheit unbedingt beim Schopf fassen und eine herzhafte Spargelquiche mit Frühlingszwiebeln und würzigem Feta backen! Meinetwegen auch Spargelpizza, Spargel-Dinkelrisotto, marinierten Spargel mit Erdbeeren oder Spargel als Beilage zu einer Forelle. Oder gegrillten Spargel in einem bunten Salat mit jungen Erdäpfeln und Kräuterdressing! So oder so: Iss Spargel. Unbedingt. Er hat es verdient, gegessen zu werden. Spargel hat einen so einzigartigen Geschmack, verleiht jeder Mahlzeit ein kleines bisschen Luxus und ist soooo gesund! Was ist denn dein liebstes Spargelrezept? Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir in den Kommentaren davon erzählst! Auch ich bin ständig auf der Suche nach neuen Ideen und würde in den nächsten Wochen gerne etwas Neues mit dem kurzlebigen Gemüse ausprobieren. Ich bin mir sicher, dass du mich inspirieren wirst! Bis dahin backe ich weiterhin fröhlich meine Spargelquiche.

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Herzhafte Spargelquiche mit butterfreiem Mürbteig, Frühlingszwiebeln und würzigem Feta

Zutaten für den butterfreien Mürbteig

150g glattes Dinkelmehl
50g Buchweizenmehl (oder mehr Dinkelmehl)
50g geriebene Erdmandeln oder Mandeln
¼ TL Backpulver
½ TL Salz
Etwas Muskat
1 Ei
1 Dotter
50ml Olivenöl
1-2 EL Sauerrahm

Außerdem: Hülsenfrüchte zum Blindbacken

  1. Vermische das Dinkelmehl, das Buchweizenmehl, die geriebenen (Erd-)Mandeln, das Backpulver, das Salz und etwas geriebene Muskatnuss in einer Schüssel.
  2. Gib ein ganzes Ei und einen Dotter zu den trockenen Zutaten. Das Eiweiß kannst du in eine kleine, verschließbare Schüssel geben und in den Kühlschrank stellen. Das brauchst du dann für den Guss.
  3. Gieße 50ml Olivenöl zu den restlichen Zutaten und gib noch einen Esslöffel Sauerrahm dazu. Verrühre die Masse mit dem Knethaken deines Mixers, bis sich alles verbindet. Ist der Teig zu bröselig, kannst du einen weiteren Esslöffel Sauerrahm hinzufügen. Dann knetest du mit deinen Händen ungefähr fünf Minuten lang weiter. Der Teig fühlt sich nicht genauso an wie ein herkömmlicher Mürbteig mit Butter, er ist ein bisschen fester. Lass dich davon aber nicht verunsichern. Wickle den Mürbteig in Frischhaltefolie ein und lege ihn in den Kühlschrank, während du das Gemüse schneidest.

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Zutaten für den Gemüsebelag

1 Bund grünen oder/und weißen Spargel (500g)
1 rote Zwiebel
2 kleine oder 1 große Frühlingszwiebel

Für Obendrauf

150g Feta

  1. Wasche das Gemüse und tupfe es trocken. Schneide 1-2 cm vom holzigen Ansatz des Spargels weg und schäle das untere Drittel. Jetzt kannst du den Spargel in mundgerechte Stücke schneiden oder ihn auch ganz lassen – wie du magst. Ich habe ausschließlich grünen Spargel verwendet und jede Stange in fünf Stücke geschnitten.
  2. Schäle die Zwiebel und scheide sie in dünne Ringe.
  3. Entferne die Wurzel der Frühlingszwiebel und schneide sie fein.
  4. Den Feta schneidest du in grobe Würfel. Stelle das Gemüse und den Feta in der Zwischenzeit beiseite.
  5. Heize den Ofen auf 160° Grad Heißluft vor. Fette eine Tarteform gründlich ein. Alternativ kannst du auch eine normale runde Kuchenform nehmen.
  6. Nimm den Mürbteig aus dem Kühlschrank, entferne die Frischhaltefolie und knete ihn erneut kurz durch. Bemehle deine Arbeitsfläche und rolle den Teig kreisrund aus, er sollte ca. 3-4mm dick sein. Dann kannst du deine Tarteform damit auslegen. Ich walke den Teig immer gleich auf dem herausnehmbaren Boden der Tarteform aus – so weiß ich ungefähr, wie groß er sein sollte und kann ihn danach leichter in die Form geben. Anders als auf dem Foto abgebildet, solltest du überstehenden Mürbteig abschneiden – der wird dir sonst zu schnell braun und zu hart.
  7. Steche den Teig mit einer Gabel einige Male ein, lege ein Backpapier über den Teig und gib die Hülsenfrüchte darauf. Stelle den Teig für 10 Minuten in den vorgeheizten Ofen. In der Zwischenzeit kannst du den Guss zubereiten.

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Zutaten für den Guss

1 kleine Hand voll frische Kräuter
140g Ziegenfrischkäse
200g Sauerrahm
2 Eier
1 Eiweiß
2 EL Milch
1 ½ TL Salz
Etwas Pfeffer
Etwas Muskat
Schale einer halben Zitrone

  1. Wasche die Kräuter und hacke sie fein. Welche Kräuter du nimmst, ist dir überlassen – passen tut da eigentlich (fast) alles. Ich habe Petersilie, Thymian, Rosmarin und Dill verwendet. Gib die gehackten Kräuter in eine Schüssel.
  2. Gib die restlichen Zutaten zu den Kräutern und verrühre alles gründlich mit einem Schneebesen.
  3. Nach 10 Minuten kannst du den Mürbteig aus dem Ofen holen und die Form auf eine hitzebeständige Fläche stellen. Gib den Spargel, den Zwiebel und die Frühlingszwiebeln auf den vorgebackenen Mürbteig und gieße den Sauerrahmguss drüber. Jetzt verteilst du noch die Feta-Würfel auf deiner Spargelquiche und dann heißt es erneut: Ab in den Ofen damit! Und zwar für 35-45 Minuten. Ist der Sauerrahmguss noch nicht gestockt aber die Feta-Würfel werden dir bereits zu dunkel, decke die Quiche einfach mit Alufolie ab.

Wenn du magst, kannst du dazu einen frischen, knackigen Salat servieren. Außerdem passt eine Kräuter-Zitronen-Soße oder eine Knoblauchsoße hervorragen dazu!

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