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Apfeltarte mit Chai-Karamell-Sirup (vegan & zuckerfrei)

Die vegane Apfeltarte mit würzigem Chai-Karamell-Sirup ist wie eine süße Umarmung des Herbstes. Knusprig und saftig zugleich verwöhnt sie mit kräftigen Aromen, die der Inbegriff dieser Jahreszeit sind. Und weil mich der Herbst immer ein bisschen melancholisch stimmt und freie stücke einen halben Geburtstag feiert, gibt´s einen kleinen jugendfreien Seelenstriptteas zur Namensgebung. Du hast dich schon immer gefragt, wie so ein Blog-Beitrag zustande kommt und wie lange es von der Idee bis zur Veröffentlichung dauert? Heute erzähl ich´s dir.

Gesund, würzig, rustikal – herbstliche Apfeltarte mit warmen Chai-Gewürzen und süßem Karamell

Wenn ich beginne, mit Äpfeln und Birnen zu backen, dann ist für mich der Herbst endgültig angekommen. Dann, wenn der Duft süßer Gewürze durch die Räume strömt und Kuscheldecken genauso zum Kuchen gehören, wie eine warme Vanillesoße. Ja, dann ist der Herbst für mich da.

Diesmal durften die Äpfel und Birnen in eine Tarte-Form hüpfen und so zu einem rustikalen Sonntagskuchen werden. Die karamellige Note kommt von Ahornsirup und Kokosblütenzucker – beides wird mit den Gewürzen so lange eingekocht, bis ein süß-würziger Sirup entsteht. Dieser darf sich dann sanft an fruchtige Äpfel und Birnen schmiegen, welche in veganem Dinkel-Mandel-Boden ruhen. Zugedeckt mit Mandeln und Buchweizen schlummern sie dann ruhig im Ofen.

apfelkuchen_mit_nuessenHappy halben Birthday!

Sechs Monate ist´s nun her, dass ich mein erstes Rezept auf diesem Blog der zucker- und weizenfreien stücke veröffentlich habe. Granola durfte es sein – bis heute eins meiner liebsten Rezepte. Wahnsinn, wie spannend das war! Und Wahnsinn, was sich alles getan und verändert hat. Klar bin ich noch dieselbe wie davor, aber doch irgendwie anders. Vielleicht ein bisschen selbstbewusster, achtsamer und noch ruhiger. Ich genieße bewusster, vor allem die Zeit. Dieses Gefühl, eine Aufgabe zu haben, die von anderen wertgeschätzt wird, ist einfach ganz besonders. Dieselbe und doch anders – erfüllter und zufriedener. Oje, ich hab heute einen echt melancholischen Tag. Kennst du das auch? Furchtbar.

Ihr seid super. Du bist super! Ich freu mich so über jeden Einzelnen, der sich die Zeit nimmt, um hier vorbeizuschauen und anderen davon zu erzählen. Ich freu mich so über all eure Reaktionen, eure lieben Worte, eure Erfolgsstories und Geschichten darüber, wie sehr sich euer Körper durch die neue, gesunde Ernährung verändert hat. Wenn mir jemand sagt, wie gut es ihm damit geht, wie mühelos er Gewicht verloren hat und dass es noch dazu schmeckt – das macht all den Aufwand, all die frustrierenden Momente wett. Genau das macht das bloggen so wunderbar aufregend und so wahnsinnig schön. Danke. Bussi!

saftige_apfeltartegesunder_apfelkuchen_ohne_zuckerWie entsteht eigentlich so ein Blog-Beitrag?

Aus gegebenem Anlass dachte ich mir, ich erzähl dir mal, wie so ein Blogbeitrag zustande kommt. Es beginnt, wie eben alles, mit der Idee. Mal ist die Idee bis ins letzte Detail ausgefeilt – mal hab ich eigentlich gar keinen Plan, was ich hier eigentlich tue.

Vom der Idee im Kopf bis zum Rezept am Blog:

Backen & Kochen: Essen, das auf dem Blog landen soll, darf nicht nur gut schmecken, es muss auch hübsch aussehen. Ich bin da wahnsinnig kritisch und hole mir oft Rat von Familienmitgliedern. Erfüllt es unsere doch recht hohen Ansprüche, darf es vor die Linse.

Dekorieren & Fotografieren: Ich wähle einen passenden Unter- und Hintergrund, Geschirr, Blümchen, Tücher und weitere Details aus meinem prall gefüllten Utensilienschrank. Schlussendlich wird alles schön arrangiert und hundertfach fotografiert. Diesmal musste ich übrigens gar nichts großartig arrangieren – für diese Fotos diente die Hütte der Oma meines Freundes als Kulisse. Traumhaft gemütlich, ich sag´s dir!

Bearbeiten & Ausmisten: Dann geht´s ans Bearbeiten der Fotos. Nicht selten stell ich dann fest, dass ich absoluten Mist fabriziert hab. Dann geht der Zirkus wieder von vorne los. Doch stell ich meinen Perfektionismus mal hinten an, trenne ich die Spreu vom Weizen und lade die schönsten Fotos hoch.

Schreiben & Beschreiben: Anschließend geht’s ans Schreiben. Glücklicherweise schreib ich für mein Leben gern! Dennoch gibt’s manchmal Tage, an denen ich nicht weiß, was ich dir erzählen soll. Tage, an denen der Kopf einfach leer ist und Gedanken ständig abschweifen. Dann kann das schon mal einige Stunden dauern.

Hochladen & ähm, putzen: Schlussendlich wird der Text mit den Fotos auf der Website in Form gebracht, korrigiert und veröffentlicht. Doch damit ist´s nicht getan – immerhin will ich das neue Rezept auch auf Facebook und Instagram posten. Ach ja, fast vergessen: Küche putzen! Die sieht nach diesen Orgien nämlich nicht mehr ganz so ansehnlich aus. 🙂

Und so dauert es oft mehr als zehn Stunden, um aus einer Idee einen Blog-Beitrag zu machen.

apfeltarte_mit_chai_karamell_sirup_vegan_zuckerfreiGib dem Kind einen Namen: Ein Blog aus freien Stücken

Noch mehr Melancholie gewünscht? Bitteschön: Als ich aus meinem kleinen Dorf in die große Stadt kam, fühlte ich mich ziemlich verloren. Alles war so distanziert, alles war so unfreundlich. Ich wusste nicht, was meine kleine Aufgabe in dieser großen Stadt sein sollte. Es war nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt hatte – doch sagen wollte ich das niemandem. Lieber schrieb ich. Und dann stand da ein Satz auf meinem Zettel, der für mich so ziemlich alles verändert hat: „Aus freien Stücken ein Stückchen Freiheit“.

Ich mache Dinge, weil ich sie gerne mache. Weil ich sie machen will. Weil ich mich bewusst dafür entschieden habe. Ich mache das aus freiem Willen, aus freien Stücken. Ich hab die Freiheit, das zu tun, was mich glücklich macht. Dort hin zu gehen, wo es mir gut geht. Vielleicht war es nur dieser eine Moment, dieser eine Satz, der den Grundstein für das Jetzt legte.

Was dieses Gefühlsgedösel mit diesem Blog zu tun hat? Eigentlich alles, denn der Name ist Programm. So war mir eigentlich sofort klar, dass dieser mir so bedeutende Satz Einfluss auf den Namen und Inhalt haben soll. Etwas Hochpersönliches, mit dem ich auf dich zugehen möchte. Bewusste Ernährung geht mit bewussten Entscheidungen einher. Du entscheidest, womit du deinem Körper die Energie geben möchtest – aus freien Stücken. Dass die Rezepte dann auch noch frei von Zucker, Weizen und ungesunden Fetten sind, ist irgendwie nur ein zufälliges i-Tüpfelchen.

Lass dich nicht festbinden, sei frei. Entscheide selbst, lass dich nicht bevormunden. Lass es nicht zu, dich rechtfertigen zu müssen. Verwirkliche dich in Dingen, die für dich wahre Bedeutung haben und nutze deine Freiheiten, um wirklich gut darin zu werden. Denn kaum etwas wird dich glücklicher machen.

Nun aber schnell zum Rezept für die vegane Apfeltarte!

Genug der Melancholie für heute. Backen wir lieber eine saftige Apfeltarte mit wärmendem Chai-Karamell-Sirup! Denn im besten Fall hast du alles dafür zuhause: Dinkelmehl, Äpfel, Ahornsirup und jede Menge Gewürze. Alles andere ist austauschbar – trau dich ruhig, das Rezept abzuwandeln. Was soll schon schief gehen? Hab einen wunderschönen Start in den wunderschönen Herbst!

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Rezept: Vegane Apfeltarte mit zuckerfreiem Chai-Karamell-Sirup

Wenn du keine Tarte-Form zuhause hast, ist das auch kein Problem – verwende einfach eine kleine Springform. Auch bei den Chai-Gewürzen kannst du variieren, indem du einfach diese Gewürze verwendest, die du magst und zuhause hast. Für eine sehr schnelle Variante lässt du den Sirup weg und verrührst die Äpfel ganz einfach mit ein paar Gewürzen, Ahornsirup und Stärke. Dazu passt übrigens wunderbar warme Vanillesoße!

Zutaten für die würzige Apfeltarte-Füllung

6 mittelgroße Äpfel
2 Birnen (oder mehr Äpfel)

4 EL Ahornsirup
1 EL Kokosblütenzucker (oder Dattelsüße)
1 TL Kokosöl (oder Butter)

6 Datteln
1 cm Ingwer
10 gemörserte Nelken (oder 1 TL gem. Nelken)
Mark 1 Vanilleschote
2 TL Ceylon Zimt
1 TL Kardamom
Etwas geriebene Muskatnuss
Etwas gemahlener Pfeffer
(oder eine fertige Chai-Mischung oder die Gewürze, die du magst und zuhause hast)

2 geh. EL Speisestärke (oder Vanillepudding-Pulver)

 

  1. Schäle das Obst, entferne das Kerngehäuse und schneide es fein blättrig. Mit einem geeigneten Küchengerät geht das erheblich schneller.
  2. Gib den Ahornsirup, den Kokosblütenzucker und das Kokosöl in einen großen Topf. Schneide die Datteln in kleine Stückchen, hacke den Ingwer ganz fein und füge beides hinzu. Rühre alle Gewürze unter. Wenn du diese Gewürze nicht zuhause hast, brauchst du sie nicht extra zu kaufen. Nimm einfach das, was du hast und magst. Du kannst auch eine fertige Chai-Gewürzmischung verwenden (davon etwa 4 geh. TL) oder du mörserst den Inhalt eines Chai-Teebeutels ganz fein.
  3. Stelle den Topf auf den Herd – erwärmt sich dich Masse, wird sie erst flüssig und dann sirupartig. Rühre ständig, damit sich nichts anbrennt. Ist der Sirup dickflüssig, kannst du ihn vom Herd nehmen – das dauert etwa 3-5 Minuten.
  4. Gib die Äpfel und Birnen zum Sirup, vermenge alles gründlich und lasse das Obst im Sirup ziehen, während du den Teig zubereitest.
  5. Bevor du die Füllung auf den Teig gibst, rührst du zwei leicht gehäufte Esslöffel Speisestärke unter die Apfelmasse.

Zutaten für den veganen Tarte-Teig

150g glattes Dinkelmehl
50g Dinkelvollkornmehl
50g geriebene Mandeln
eine Prise Salz
3 EL Kokosblütenzucker*
60g Kokosöl (oder Olivenöl/Butter)
4-7 EL kaltes Wasser

 

  1. Schmelze das Kokosöl und lasse es gut auskühlen.
  2. Vermenge alle trockenen Zutaten in einer Schüssel.
  3. Gib das Kokosöl zu den trockenen Zutaten und vermenge alles mit deinen Händen. Dabei ist die Masse noch sehr sandig.
  4. Füge nach und nach etwas Wasser hinzu, bis der Teig gut zusammenhält. Der Teig ist roh nicht so elastisch wie herkömmlicher Mürbteig, aber lass dich davon nicht abschrecken. Nach dem Backen ist der Rand wunderbar knusprig und der Boden schön weich.
    *Statt des Kokosblütenzuckers kannst du auch 2 EL Ahornsirup verwenden, dann aber vermutlich weniger Wasser.

Zutaten für den Mandelbelag:

2 Hände gehobelte Mandeln
1 Hand ganze Mandeln
2 EL Buchweizen

 

  1. Heize den Backofen auf 160° Grad Heißluft vor und fette deine Tarte-Form gründlich ein.
  2. Walke den Teig mit einem Nudelholz dünn (~3mm) und kreisrund aus. Wenn du eine Tarte-Form mit herausnehmbarem Boden hast, kannst du den Teig gleich darauf ausrollen – so kannst du die Größenverhältnisse besser einschätzen.
  3. Lege den Teig in deine gefettete Form und drücke ihn fest. Schneide eventuell überstehende Ränder ab. Steche den Boden einige Male mit einer Gabel ein.
  4. Fülle die Apfel-Chai-Karamell-Masse in die Tarte und verteile sie gleichmäßig.
  5. Streue Mandelblättchen, gehackte Mandeln und Buchweizen auf die Apfelmasse und backe deine Apfeltarte etwa 40 Minuten lang im Ofen.

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